
St. Josef Dietikon
Die St. Josefskirche wurde am 20. Oktober 1968 eingeweiht durch den damaligen Diözesanbischof Johannes Vonderach. Als Kirchenpatron wurde der heiligen Josef gewählt – aus Rücksicht und Verbundenheit mit dem benachbarten St. Josefsheim, das seit Anfang 1900 in Dietikon als Kinderheim Heimat hat.
Anstoss für diesen Kirchenbau gaben zwei unterschiedliche Entwicklungen. Einerseits war die Katholikenzahl von Dietikon stark angewachsen. 1950 zählte man in der damaligen Dorfgemeinde und der Pfarrei St. Agatha 5 000 Katholiken; 1968 waren es 15 000 in dem zur Stadt gewordenen Dietikon. Anderseits verlangte ein Teil der Katholiken, dass der Geist des II. Vatikanischen Konzils (1962–1965) sichtbar werde in einem Neuaufbruch und in einer Erneuerung der sehr traditionsbewussten alten Pfarrei. Die Planung für diese zweite katholische Kirche in Dietikon begann 1963. Zur Diskussion standen zwei Standorte, im Osten oder im Westen der Stadt. Der Entscheid der Kirchgemeinde mit ihrem damaligen Pfarrer Dr. Hans Rieger und seinem Vikar Alois Baur (dem späteren ersten Pfarrer von St. Josef) fiel zu Gunsten des östlichen Schönenwerd-Quartiers.
Das architektonische Konzept der Kirche – die den erneuerten liturgischen Richtlinien des Konzils verpflichtet ist – entwarf Architekt Julius Senn, der die Vollendung des Werkes nicht erlebte, da er 1967 unerwartet in die ewige Heimat abberufen wurde.
Der Kirchenbau und seine Ausstattung
Architek: Julius Senn
Künstlerische Gestaltung: Albert Wider
Die Kirche St. Josef sucht sich nicht selber darzustellen, sondern will ganz im Dienst der feiernden Gemeinde stehen, die sich um einen zentralen Altar versammelt, um das Wort Gottes zu hören. Dieses wird vom Ambo, dem Vorlesepult verkündet. Eine andere Seite des kirchlichen Lebens wird im Taufbrunnen und dem säulenartigen Tabernakel sichtbar. Eingliederung und Wachstum in die kirchliche Gemeinschaft, die als tragende Säule die Gegenwart des Herrn anerkennt und bekennt. Das grosse Wandrelief verkündet Tod und Auferstehung des Herrn, der das Ärgernis des Kreuzes verwandelt durch die Kraft seiner Liebe.
Erst durch die Gegenwart der Gemeinde, die das Geheimnis des Glaubens lebt, erhält der Raum eine vorläufige Erfüllung auf dem Weg durch die Zeit. Der Raum will sich auch dem Einzelbesucher Platz geben. Er findet Stille und Besinnung im kleineren Relief, das Maria mit dem Kind zeigt als Urbild der Kirche. Durch ihre vorbehaltlose Bereitschaft und ihrem Ja-Wort hat sie sich in den Dienst dessen gestellt, der uns geschenkt ist als Emmanuel – Gott mit uns.
Zwei Heilige, der heilige Josef als Kirchenpatron und der heilige Antonius als Helfer in den Nöten der Zeit treten als Fürbitter aus den Seitenwänden heraus und weisen hin auf die Gemeinschaft der Heiligen, welche die auf Erden wandelnde Kirche begleiten und unterstützen durch ihre Anteilnahme vor Gott.
Der künstlerische Gestalter der Kirche verzichtete bewusst auf farbige Glasfenster. Nicht vordergründige Stimmung sollte verbreitet werden, sondern Zeichen sollen sachte und still weiterführen. Sieben vertikale Fensterreihen weisen hin auf: Bergpredigt, Brotvermehrung, Abendmahl, Passion Auferstehung, Jüngstes Gericht und auf das Neue Jerusalem.
Die 4 Glocken der Josefskirche
Am 5. Mai 1967 läuteten die Glocken zur Freude der Kirchgänger zum ersten Mal. Ihre Töne E, GIS, H, CIS entsprechen dem Salve Regina Motiv.
- St. Josefsglocke im Ton E ist 1250 kg schwer
Um seiner Treue und Demut willen hat er ihn geheiligt und auserwählt vor allen Menschen. - St. Johannesglocke im Ton GIS ist 630 kg schwer
Du wirst ein Prophet des Allerhöchsten heissen und vor dem Herrn einhergehen, ihm den Weg zu bereiten. - Christusglocke im Ton H ist 370 kg schwer
Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. - Schutzengelglocke im Ton CIS ist 270 kg schwer
Preiset den Herrn, all seine Engel, Helden an Kraft, die sein Wort vollstrecken.
Dietikon, St. JosefKatholisches PfarramtUrdorferstrasse 448953 Dietikon
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